Julia von Lucenec
Autor: Siegfried Wollinger
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1.

Halbjahr

2018

Hallo, da bin ich wieder. Ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen, so wie ich und meine Familie. Es hat zwar ordentlich gekracht, aber das macht mir nichts aus. Meine Familie war ja bei mir und hat mich beschützt. Krank bin ich auch geworden. Am 26. Dezember, am Feiertag, blutete ich plötzlich aus der Scheide. Herrli hats gleich bemerkt, weil ich mich dort leckte. Er hat die Tierärztin angerufen, die wohnt ja nur ein paar Häuser weiter und wir sind sofort in die Praxis gegangen. Sie hat mir da mit einem Rohr hineingeschaut – ich wollte das gar nicht und wehrte mich ein bisschen – und sie stellte fest, dass ich eine Entzündung habe. Gleich darauf pikste sie mich mit einer Nadel und Herrli bekam Tabletten mit, die ich 8 Tage lang nehmen musste und auch einen weissen Saft den mir Herrli ins Maul spritzte. Es wurde besser, aber am 8. Tag blutete ich schon wieder aus der Scheide. Die Tierärztin rief die Tierklinik Parndorf an und am nächsten Tag fuhren wir hin. Eigentlich sollte ich schlafen gelegt werden, damit man gut hineinschauen kann, aber es war kein Arzt vorhanden, der das kann. Stellt euch vor, eine Klinik ohne Einschläferarzt…. Angeblich muss der erst von Ungarn angefordert werden! Herrli war stinksauer. Noch dazu weil ich schrie und mich wehrte als man mir wieder mit einem Rohr hineinschauten wollte. Nicht einmal den Ultraschall wollte ich mir machen lassen, so sauer wahr ich. Blut wurde mir auch abgenommen, weil man den Hormonstatus feststellen muss ob bei der Kastration nicht noch ein paar Eier im Bauch geblieben sind die das Bluten auslösen. So ein Schmarrn. Seit 2 Jahren habe ich nicht mehr geblutet. Nach ein paar Tagen hat man Herrli angerufen und ihm gesagt, dass die Auswertung des Tests nichts ergeben hat. Na hab ich doch gleich gesagt. In der Zwischenzeit ist alles wieder gut. Ich blute nicht mehr und es ist auch nichts mehr entzündet. Haben die Antibiotika von der Tierärztin doch noch geholfen. Nach Parndorf fahren wir jetzt nicht mehr….. Da ich so brav bin und folge (wenn ich will) lässt Herrli mich jetzt fast immer beim Spaziergang freilaufen. Das macht Spaß und da kann ich mich so richtig austoben. Manchmal treffe ich auch liebe Kumpels und dann fetzen wir gemeinsam um die Wette, wie man auf den Fotos sehen kann. Februar ists geworden und es schneit. Am 7.2. und am 20.2. hats ein bissl was hergeschneit aber nicht viel. Mir machte es Freude nur Herrli schimpfte ein wenig, denn er mag den Schnee und die Kälte gar nicht. Am 25.2. ists dann so richtig kalt geworden, da schimpfte Herrli so richtig…. Bis minus 12° hatte es einmal. Da gingen wir nur eine kleine Runde, denn Herrli hat noch immer Angst wegen meiner Blasenentzündung und passt auch immer auf, dass ich mich nicht auf den kalten Boden setze. Aber gut, dass die Kältewelle nur 1 Woche dauerte, dann wurden die Spaziergänge wieder länger 10.3. ein wunderschöner Tag mit Temperaturen um die 18°. Herrli hat gegrillt, weil er hat ja heute Geburtstag und die Kinder kommen zum Essen. So gut gerochen hats da wieder. Aber es ja schon in der Früh so gut gerochen. Frauli hat ihm einen Frühstückstisch gemacht mit lauter guten Sachen drauf. Überall hab ich hingerochen und alles hätte ich gerne selbst gegessen. Aber das gehörte ja Herrli. Ich bekam aber schon ein bisschen was ab davon. Ich hoffe nur, der Frühling ist jetzt wirklich da und bleibt auch. Ich war fast den ganzen Tag mit meinem Kumpel Cookie im Garten. Herrlich! Bei dem schönen Wetter gehen auch viel mehr Hunde spazieren und mit einigen darf ich ohne Leine herumtoben. Das freut einen so lebhaften Hund wie mich. Die schöne Zeit kann kommen...... Leider bin ich wieder krank geworden. Nicht schlimm, aber in der Nacht musste ich mich auf einmal übergeben, dann noch 2x. Herrli ging mit mir gleich in der Früh zur Tierärztin, aber weil ich noch normal Kot absetzte, bekam ich keine Spritze, nur ein Medikament. In der darauffolgenden Nacht musste ich mich schon wieder übergeben. All das Gras, dass ich gefressen habe brach ich raus und dieses mal war der Kotabsatz flüssig. Wir bogen gleich ab zur Tierärztin. Eine Spritze unters Fell, aber die hat ganz schön gebrannt. Teufel auch. Dann musste ich 3 Tage lang 2x am Tag 4ml von so einer braunen Paste schlucken. Aber es half. Kein Magen-Darm-Infekt mehr und ich fresse auch kein Gras mehr. Alles wieder gut. Im April hat endlich der Frühling Einzug gehalten. Herrli begann mit der Gartenarbeit und so manchem mehr und ich konnte wieder den ganzen Tag im Garten sein. Die Spaziergänge wurden wieder länger, aber auch die Zeckenplage setzte wieder ein. Ich blieb verschont, aber Herrl fing sich einen ein. Er ist aber geimpft und ich habe mein Zeckenmittel erhalten und bin somit auch für die weitere Zeit gegen diese Biester geschützt. Im Schönheitssaloon war ich auch wieder. Als es so kalt war ging mein Herrl nicht mit mir dorthin, weil ich ohnehin eine Harnwegsinfektion hatte und er nicht riskieren wollte, dass ich mich wieder erkälte. Aber nun gab es im April Sommertemperaturen und da blieb mir nichts anderes übrig. Mein Unterfell juckte eh schon so und da war ich eigentlich ganz froh, dass es wieder ausgezupft wurde. Aber das baaaaden…. Ich mag kein Wasser. Weder von oben, noch von sonstirgendwo her. Dann stinke ich auch wieder nach Parfüm und nicht nach Hund. Und das Föhnen mag ich auch nicht. Dieses mal hab ich mich wieder erfolgreich dagegen gewehrt. Die beiden Damen haben mich aber fest mit Handtücher abgetrocknet und warm war es auch draußen, also war es nicht so schlimm, dass ich noch nasse Pfoten hatte. Ich bin aber froh, dass ich es wieder hinter mir hab und ich mag eigentlich nicht mehr dorthin gehen. Uuuiii, heute am 26.5. war mein Herrl aber böse auf mich. Bei unserem Morgenspaziergang durfte ich wie fast immer, ohne Leine laufen und lief vor meinem Herrl her. Plötzlich rief er mich zu sich. Er hatte weit voraus einen Hasen entdeckt und wusste was kommt. Ich hab ihn nämlich auch entdeckt und startete los. Ich hörte das Rufen meines Herrls nicht sondern sah nur den Hasen. Der lief ins Feld und ich hinterher. Ich lief und lief, erwischte ihn aber nicht. Irgendwie kreuzten sich nach ca. 10 Minuten die Wege vom Herrl mit meinem und ich konnte nicht mehr aus. Total erschöpft und voll Dreck war ich außerdem, also ließ ich mich wieder anleinen. Herrl schimpfte fürchterlich mit mir, er hatte große Angst, dass ich nicht mehr nach Hause finde. Daheim angekommen musste ich zuerst in die Badewanne um den Dreck von mir abzuwaschen. Später hab ich mich dann wieder mit Herrl versöhnt. Ich bin nun mal eine Jägerin, aber ich glaube, so schnell darf ich nicht mehr freilaufen Jetzt ist es mitte Juni und endlich einmal nicht ganz so heiß wie in den vergangenen Wochen. Mein Unterfell ist wieder sehr stark gewachsen und ich muss mich vermehrt kratzen. Aber mein Herrl möchte mich nicht wieder dorthin bringen, wo ich mich nicht wohl fühle. Also hat er sich umgeschaut und in unserer Ortschaft einen Salon gefunden, der ihm empfohlen wurde. Und heute waren wir dort. Eine ganz liebe Dame hat uns empfangen und Herrl durfte dabeibleiben. Das bedeutet für mich viel weniger Stress und ich war auch ganz brav. Sogar föhnen durfte mich die liebe Dame. Herrl hat mich ein wenig mit einer Leberwursttube abgelenkt und mich gestreichelt, sodass ich überhaupt keine Angst hatte. Das Ergebnis seht ihr auf den Fotos. Also, ich glaube ich gehe gerne wieder hin (falls ich wieder Leberwurst bekomme…..) Taufe war von Herrlis Enkelin und da mich mein Herrl nie alleine lässt nahm er mich mit. Wenn ich nicht in die Kirche gedurft hätte, wäre Herrli stattdessen mit mir spazieren gegangen, aber die Pastorin war eine ganz nette und ich durfte sogar mit in die Kirche. Ich war aber auch ganz brav und lag die ganze Zeit nur am Teppich. Nur als die Leute aufstanden um ein Gebet zu singen, stand ich auch auf und wollte mitsingen, aber dann ließ ich es doch lieber bleiben…. Und zum Schluss des Quartals habe ich noch eine Liebesgeschichte: Herrli, Frauli und ich fuhren in Herrlis Blechkiste nach Tirol. Dort war ich noch nie, weil Herrlis Freunde hatten eine Katze und deshalb durfte ich nicht hin. Aber voriges Jahr starb sie. Sie war ja schon 17 Jahre alt und sehr krank. Da die Tiroler Freunde so tierlieb sind, hatten sie nichts dagegen, dass ich mitkam. Ich bin ja auch eine besonders liebe Hündin. Sie haben mich auch sehr lieb empfangen, gaben mir Leckerlis und Streicheleinheiten. Und - sie haben eine Enkelin namens Mona. Mona ist fast 7 Jahre alt, geht gerne reiten und hat eigentlich Angst vor Hunde. Aber als sie mich kennen lernte, hat sie ihre Angst verloren und sich in mich verliebt. Sie streichelte mich stundenlang und fütterte mich mit Leckerlis bis Herrli schon Sorge hatte, dass ich platze…. Mona erreichte bei ihren Eltern, dass sie bei ihren Großeltern schlafen durfte nur um bei mir zu sein. Wir haben gespielt und gekuschelt bis zum Schlafengehen. Aber es kam der Tag, da musste sie in den Kindergarten und wir mussten wieder nach Hause fahren, nicht ohne zu Versprechen bald wieder zu kommen. Nun sind wir wieder daheim. Ich bekomme zwar auch viele Streicheleinheiten und Leckerlis von Frauli und Herrli aber nicht soooo viele wie von Mona. Ich möchte wieder nach TIROL…….. So, dass wars wieder. Ich melde mich dann wieder im nächsten Jahr und werde von der zweiten Jahreshälfte 2018 berichten. Wuff, wuff, Eure Julie